Jeder Tag mehr kann Geld bedeuten

Die Berechnung der Frist ist in den §§ 186ff. BGB geregelt. Dabei ist es gleichgültig, ob sich die maßgebliche Kündigungsfrist aus einem Tarifvertrag, Arbeitsvertrag oder nach dem Gesetz, das heißt nach der gesetzlichen Bestimmung des § 622 BGB ergibt.

Die Frist beginnt mit dem Zugang der Kündigung zu laufen. Gerade der Zugang kann im Einzelfall Probleme aufwerfen.

Kündigungsfristen sind jeweils nach Tagen, Wochen und Monaten zu berechnen.

Berechnung nach Tagen

Bei der Berechnung der Kündigungsfrist nach Tagen werden die einzelnen Tage abgezählt. Der Tag, an dem der Arbeitnehmer die Kündigung erhalten hat, wird nicht mitgezählt (Wann gilt die Kündigung als zugegangen?).

Beispiel:
Ein im Wachschutz beschäftigter Arbeitnehmer will das Arbeitsverhältnis in der Probezeit (Wie lange ist die Kündigungsfrist in der Probezeit?) kündigen. Nach dem Tarifvertrag beträgt die Kündigungsfrist 4 Tage. Er übergibt das Kündigungsschreiben am 27.03.2019, so dass er (vier volle Tage später) am 31.03.2019 sein Arbeitsverhältnis beendet.

Berechnung der Kündigungsfrist nach Wochen

Bei der Berechnung der Kündigungsfrist nach Wochen entspricht der Wochentag an dem die Kündigung zugeht, dem Wochentag an dem die Frist endet.

Beispiel: Wird einem Arbeitnehmer die Kündigung mit einer Frist von vier Wochen am Mittwoch, dem 03.07.2019 übergeben, so endet die Frist am Mittwoch, dem 31.07.2019.

Bei einer Kündigungsfrist von zwei Wochen müsste, wenn das Arbeitsverhältnis am Freitag, dem 15.11.2019 beendet werden soll, spätestens am Freitag, dem 01.11.2019 eine ordentliche Kündigung ausgesprochen werden.

Berechnung der Kündigungsfrist nach Monaten

Die Berechnung der Kündigungsfrist nach Monaten wird im Prinzip wie die Berechnung der wöchentlichen Fristen durchgeführt. Jedoch entsprechen sich hier die Kalendertage. Ist der Monat, in dem das Arbeitsverhältnis beendet werden soll, kürzer als der Monat, in dem die Kündigung erklärt wird, gilt der letzte Tag des Monats als Kündigungstermin.

Beispiel: Ging dem Arbeitnehmer das Kündigungsschreiben am 31.01.2019 zu, so hätte ihm unter Einhaltung einer Frist von einem Monat zum 28.02.2019 gekündigt werden können.

Ging dem Arbeitnehmer das Kündigungsschreiben am 28. Februar 2019 zu, so wäre die Kündigungsfrist von einem Monat zum 28.03.2019 eingehalten. Aber nach dem Gesetz ist die Kündigung zum Teil nur zum Monatsende zulässig, so dass sich die nach dem Gesetz einzuhaltende Frist bis zum 31.03.2019 verlängert hätte.

Einige Arbeits- und Tarifverträge schränken den Beendigungszeitpunkt noch weiter ein, indem eine ordentliche Kündigung danach nur zum Ende des Quartals ausgesprochen werden darf.  Dann ist die Monatsfrist einzuhalten und eine ordentliche Kündigung nur zum 31. März, 30. Juni, 30. September und 31. Dezember des jeweiligen Kalenderjahres möglich.

Beispiel: Dem Arbeitnehmer ist das Kündigungsschreiben am 31.01.2019 zugegangen. Es ist eine Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Quartal einzuhalten. Das Arbeitsverhältnis findet danach am 30.09.2019 sein Ende.