Wege entstehen dadurch, dass man sie geht(Franz Kafka)

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Abmahnung

 Gelbe Karte für den Arbeitnehmer

Die vorherige einschlägige Abmahnung ist regelmäßig Voraussetzung für arbeitgeberseitige verhaltensbedingte Kündigungen. Dabei ist es grundsätzlich unerheblich, ob es sich dabei um eine außerordentliche oder ordentliche Kündigung handelt. Bei der ordentlichen Kündigung eines Arbeitsverhältnisses, das außerhalb des Geltungsbereichs des KSchG liegt, ist die Notwendigkeit der Abmahnung jedoch umstritten. Bei Pflichtverletzungen, die den Vertrauensbereich betreffen, ist eine Abmahnung grundsätzlich entbehrlich.

Die Abmahnung ist der Ausdruck der Missbilligung eines Verhaltens unter Androhung von Rechtsfolgen für die Zukunft, sofern sich das Verhalten des Arbeitnehmers nicht ändert. Sie soll dem Arbeitnehmer sein Fehlverhalten deutlich vor Augen führen und ihm Gelegenheit zur Besserung geben. Sie ist grundsätzlich nicht formgebunden, kann also auch mündlich erfolgen.

Ob sich für den Arbeitnehmer ein Vorgehen gegen die Abmahnung empfiehlt, ist eine Frage des Einzelfalls. Für den Arbeitnehmer besteht die Wahl, sich gar nicht zu der Abmahnung zu äußern, eine Gegendarstellung zu fertigen oder die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte zu verlangen. Vor einer Gegendarstellung sollte der Arbeitnehmer unbedingt einen Rechtsanwalt konsultieren. Die Abmahnung ist unter Umständen die Vorbereitung einer Kündigung! Sollte der Arbeitgeber nicht bereit sein, die Abmahnung aus der Personalakte zu entfernen, so kann der Arbeitnehmer sein Recht auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte auch beim Arbeitsgericht einklagen. Die Notwendigkeit einer Klage gegen die Abmahnung kann sich insbesondere im öffentlichen Dienst ergeben.